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Urologe Jean-Luc Fehr geht
Jean-Luc Fehr, Chefarzt Urologie am Kantonsspital, wechselt im Herbst
zur Hirslanden Klinik Zürich, behält hier aber die Praxis.
Der für Patienten und für das Pflegepersonal überraschende
Wegzug des hoch geschätzten Urologen vom Schaffhauser Kantonsspital
nach Zürich wird weit herum bedauert. Markus Malagoli, Direktor
des Kantonsspitals, erklärte gestern Montag auf Anfrage: «Dass
uns Jean-Luc Fehr verlässt, ist ein sehr grosser Verlust.»
Fehr gilt in Fachkreisen als absolute Autorität und Pionier
der endoskopischen Urologie. Am Kantonsspital führt er mit
Dietegen Pestalozzi und Isabelle Reilly eine urologische Abteilung,
wie sie in der Schweiz auf diesem Niveau nur an ganz wenigen Spitälern
betrieben wird.
Operation mit Roboter
Nach 13 Jahren verlässt er nun Ende August das Kantonsspital,
um an der Hirslanden Klinik in Zürich zusammen mit einem Kollegen
ein Zentrum für minimalinvasive Urologie mit Robotertechnik
aufzubauen. Für Jean-Luc Fehr bedeutet dies, wie er jetzt gegenüber
seinen Mitarbeitern sagte, nochmals eine «aussergewöhnliche
Herausforderung, am Puls der medizinischen Entwicklung mitzuwirken
und die daraus gewonnenen Resultate wissenschaftlich auszuwerten».
Teurer Roboter
Roboterassistierte Operationen sind offensichtlich ein weiterer
«grosser Entwicklungsschritt» in der minimal-invasiven
Chirurgie; dazu Jean-Luc Fehr: «Beim Eingriff wird der Operateur
von einem Roboter unterstützt, was eine bessere - dreidimensionale
- Übersicht des Operationsfelds, eine präzisere Instrumentenführung
und damit letztlich auch günstigere Ergebnisse» ermöglicht.
Die Technik ist allerdings nicht umsonst zu haben: Der in der Urologie
bei bestimmten Prostata- oder Nierenoperationen einsetzbare Roboter
kostet rund zwei Millionen Franken. Daher werden die für gewisse
Eingriffe inzwischen durchaus ausgereiften Robys vorläufig
meist nur in hoch spezialisierten Zentren mit entsprechend grossem
Einzugsgebiet angeschafft. Hirslanden Zürich steht jetzt kurz
vor einer solchen Investition.
Praxis bleibt in Schaffhausen
Die Entscheidung, das Kantonsspital zu verlassen, falle ihm «sehr
schwer», erklärt Fehr, denn «ich blicke auf eine
äusserst glückliche und erfüllte Zeit zurück».
Die gute Nachricht: Jean-Luc Fehr betreut seine bisherigen Patienten
weiter, wird an der Vordergasse eine «beschränkte Praxistätigkeit»
beibehalten und auch in Schaffhausen wohnen bleiben. Einige Operationen
kann Fehr auch in der Hirslanden Klinik Belair durchführen,
je nach Bettenkapazität auch allgemeinversicherte Patienten.
In Zürich allerdings wird er nur privat versicherte Patienten
behandeln können.
Wie es am Kantonsspital weiter-geht, ist zurzeit noch offen. Nach
Auskunft von Markus Malagoli wird der scheidende Chefarzt der Urologie
bei der momentan «doch guten urologischen Grundversorgung»
möglicherweise nicht ersetzt. (-zer.)
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